良陳吉時

I Ging befragen: Das Orakel der Veränderungen erklärt

Beim I Ging befragen entsteht das größte Problem nicht aus fehlenden Regeln, sondern aus der Reihenfolge. Wenn Sie mit den Sprüchen beginnen, bevor Sie das Bild gelesen haben, hängen Sie Deutungen an eine Struktur, die Sie noch nicht kennen. Der übersichtliche Weg ist ein anderer: Verstehen Sie zuerst, was auf einem Bild überhaupt steht, lernen Sie dann das Werfen, legen Sie fest, worauf sich die Frage bezieht, und beurteilen Sie erst zuletzt Stärke und Bewegung der Linien. Wenn Sie diese Reihenfolge einmal durchgehen, können Sie ein Hexagramm selbst werfen, seine Bestandteile benennen und wissen, an welcher Stelle Sie weiterlesen müssen.

Was beim I Ging befragen auf dem Bild steht

Ein Hexagramm besteht aus sechs Linien, die von unten nach oben aufgebaut werden. Aus einem geworfenen Bild entsteht in der Regel ein ganzes Bündel an Angaben:

Bestandteil Was er zeigt
Name und die beiden Hexagramme das Haupthexagramm beschreibt die gegenwärtige Lage, das Wandlungshexagramm die Richtung, in die sie sich bewegt
sechs Linien mit Yin, Yang und Bewegung von unten nach oben gelesen; eine bewegte Linie markiert die Stelle des Umschlags
die sechs Verwandtschaften Rollenbezeichnungen, die aus dem Verhältnis der Elemente zueinander abgeleitet werden: Eltern, Geschwister, Nachkommen, Reichtum, Amt
Weltlinie und Antwortlinie die Weltlinie steht für einen selbst, die Antwortlinie für die Gegenseite oder den anderen Teil des Anliegens
sechs Begleitzeichen zusätzliche Färbung des Bildes, abgeleitet aus dem Stamm des Befragungstages
Monats- und Tagzeichen der Monatszweig und der Tageszweig zur Zeit der Befragung; sie sind die Grundlage für die Beurteilung der Stärke
die Leere Zweige, die in der laufenden Zehnerperiode unbesetzt bleiben; eine Linie darauf verliert an Kraft

Die Verwandtschaften folgen einer festen Regel: Was einen hervorbringt, gilt als Eltern; was mit einem gleich ist, als Geschwister; was die Person selbst hervorbringt, als Nachkomme; worüber sie bestimmt, als Reichtum; was über sie bestimmt, als Amt. Dieses Gerüst trägt die ganze Auslegung. Wenn Sie die Namen der Hexagramme kennen, aber das Gerüst nicht, lesen Sie Assoziationen statt Struktur.

I Ging befragen mit Münzen: sechs Schritte

Das klassische Verfahren arbeitet mit drei Münzen; drei moderne Münzen erfüllen denselben Zweck.

  1. Die Frage festlegen. Formulieren Sie das Anliegen in einem Satz, zum Beispiel, ob ein Vorstellungsgespräch zu einem Angebot führt. Nicht die allgemeine Berufslage, sondern eine einzelne Frage.
  2. Die Münzen halten und die Frage wiederholen. Schließen Sie die drei Münzen in beiden Händen, kommen Sie kurz zur Ruhe, wiederholen Sie die Frage innerlich und werfen Sie dann.
  3. Das Ergebnis notieren. Aus den Seiten der drei Münzen ergibt sich eine Linie. Wiederholen Sie das sechsmal und tragen Sie die Linien von unten nach oben ein.
  4. Die bewegte Linie markieren. Zeigen alle drei Münzen dieselbe Seite, ist diese Linie bewegt. Sie kippt und erzeugt das zweite Hexagramm.
  5. Das Bild schriftlich festhalten. Haupthexagramm, Wandlungshexagramm, die Lage der bewegten Linien und der Zeitpunkt der Befragung gehören zusammen in eine Notiz.
  6. Das Bild ordnen. Erst danach beginnt die Auslegung, und zwar mit der Bezugslinie, nicht mit dem Namen des Hexagramms.

Welche Münzseite als Yin und welche als Yang gilt, wird in verschiedenen Anleitungen unterschiedlich gehandhabt. Entscheidend ist nicht die eine richtige Zuordnung, sondern dass Sie sich vor der ersten Befragung für eine entscheiden und dabei bleiben. Neben dem Münzwurf sind Zeit- und Zahlenverfahren üblich; beide liefern dasselbe Bild aus sechs Linien und ersparen das handschriftliche Notieren.

Worauf sich die Frage bezieht: die Bezugslinie

Vor jeder Beurteilung wird festgelegt, welche Verwandtschaft das Anliegen trägt. Diese Bezugslinie ist der Brennpunkt des Bildes.

Ist die Bezugslinie falsch gewählt, ist alles Weitere falsch, unabhängig davon, wie gut das Bild gelesen wurde. Deshalb steht diese Festlegung am Anfang und nicht am Ende der Auslegung.

Die vier Schritte der Auslegung

  1. Bezugslinie bestimmen. Klären Sie, wer oder was in diesem Bild gemeint ist.
  2. Stärke prüfen. Das Monats- und das Tagzeichen zeigen, ob die Bezugslinie in dieser Zeit gestützt oder bedrängt wird, und ob sie auf einem leeren Zweig liegt.
  3. Bewegung prüfen. Eine bewegte Linie kann die Bezugslinie stützen oder schwächen; die aus ihr entstehende Linie zeigt den Zustand nach dem Umschlag.
  4. Zusammenhang lesen. Erst jetzt werden Weltlinie, Antwortlinie und die Begleitzeichen hinzugenommen und zu einer Aussage über die Bedingungen des Anliegens verbunden.

Wichtig bleibt die Reichweite: Ein Bild beschreibt die Bedingungen, wie sie zum Zeitpunkt der Befragung liegen, und die darin angelegte Richtung. Es ist keine Zusage über einen Ausgang. Was daraus folgt, entscheiden Ihre eigenen Vorbereitungen und Handlungen mit.

I Ging, acht Zeichen und Da Liu Ren im Vergleich

Diese drei Verfahren werden oft durcheinandergebracht, obwohl sie klar getrennt sind.

In der Praxis ergänzen sie sich: Für die Frage, welche Richtung grundsätzlich passt, eine Karte; für die Frage, ob eine bestimmte Entscheidung jetzt ansteht, eine Befragung; für die Frage, in welcher Reihenfolge sich etwas Verwickeltes entwickelt, Da Liu Ren.

I Ging befragen ohne Münzen: Zeit- und Zahlenverfahren

Nicht jede Befragung braucht Münzen. Zwei weitere Verfahren sind verbreitet. Beim Zeitverfahren wird das Bild aus Datum und Uhrzeit der Frage abgeleitet: Aus den Zeichen des Jahres, des Monats und des Tages sowie der Doppelstunde werden Zahlen gebildet, aus denen sich die untere und die obere Hälfte des Hexagramms ergeben. Beim Zahlenverfahren werden zwei Zahlen genannt, meist aus einem Impuls heraus, und daraus dasselbe Gerüst gebildet.

Beide Verfahren liefern ein vollständiges Bild mit sechs Linien, unterscheiden sich aber in einem Punkt vom Werfen: Die bewegte Linie entsteht nicht durch den Zufall der Münzen, sondern aus einer Rechnung. Wenn Sie das Zeitverfahren nutzen, sollten Sie den Zeitpunkt der Frage bewusst festhalten, weil er in das Bild eingeht. Was für alle Verfahren gilt: Die Methode wird vor der Befragung gewählt und während der Befragung nicht gewechselt. Ein Bild, das aus einer Mischung mehrerer Verfahren entsteht, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.

Drei Anfängerfehler

Wenn Sie üben möchten, können Sie ein Anliegen als einen Satz notieren und das Bild mit einem Werkzeug erzeugen, das Haupt- und Wandlungshexagramm sowie die Bestandteile des Bildes automatisch ausgibt, und dann die vier Schritte der Reihe nach durchgehen. Die Rechenarbeit ist dabei nicht der schwierige Teil. Die Zeit gehört der Frage und der Auslegung.

Wenn Sie regelmäßig arbeiten, sollten Sie jede Befragung in derselben Form festhalten: Datum und Uhrzeit, die Frage in einem Satz, das geworfene Bild mit den bewegten Linien, die eigene Beurteilung und später der tatsächliche Verlauf. Diese Aufzeichnung hat einen praktischen Nutzen, der über das Sammeln hinausgeht: Nach einigen Monaten lässt sich erkennen, bei welcher Art von Frage die Beurteilung regelmäßig daneben lag. Solche Muster sind die eigentliche Erfahrung, und sie entstehen nicht aus dem Lesen von Deutungen, sondern aus dem Vergleich von Beurteilung und Verlauf. Wenn Sie dagegen nur die Bilder sammeln und den Verlauf nicht notieren, haben Sie nach einem Jahr eine Sammlung ohne Rückmeldung.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen I Ging und einer Befragung mit sechs Linien?

Das I Ging ist das Buch der Wandlungen mit seinen vierundsechzig Hexagrammen. Eine Befragung mit sechs Linien ist die praktische Anwendung dieses Buches: Sie werfen ein Bild aus sechs Linien, ordnen es einem Hexagramm zu und lesen anschließend die Bestandteile des Bildes, nicht nur den Namen des Hexagramms.

Wie oft sollten Sie werfen?

Ein Anliegen, ein Bild. Sie werfen sechsmal für ein Hexagramm und wiederholen das nicht, bis ein erwünschtes Ergebnis erscheint. Wer mehrfach wirft, hat danach mehrere Bilder zu derselben Frage und kann nicht mehr sagen, welches zur aktuellen Lage gehört.

Müssen Sie mit Münzen werfen?

Nein, das Werfen mit drei Münzen ist nur die verbreitetste Methode. Ebenso üblich sind das Ableiten aus Zeitangaben und das Bilden aus Zahlen. Wichtig ist, dass die gewählte Methode vorher festgelegt wird und während der Befragung nicht gewechselt wird.

Was heißt es, wenn eine Linie bewegt ist?

Eine bewegte Linie entsteht beim Werfen, wenn alle drei Münzen dieselbe Seite zeigen. Sie markiert die Stelle, an der sich etwas verändert, und erzeugt zusammen mit den übrigen Linien ein zweites Hexagramm, das den Zustand nach der Veränderung beschreibt.

Können Sie das I Ging auch für langfristige Fragen nutzen?

Die Befragung mit sechs Linien ist für klar umrissene Anliegen gedacht, deren Ergebnis sich in absehbarer Zeit zeigt. Wenn Sie eine Entwicklung über Jahre betrachten möchten, arbeiten Sie besser mit der Karte der acht Zeichen, die aus dem Geburtsdatum aufgebaut wird. Beide Verfahren widersprechen einander nicht, sie beantworten unterschiedliche Arten von Fragen.

Sagt ein günstiges Hexagramm ein gutes Ergebnis voraus?

Nein. Der Name eines Hexagramms ist der Einstieg, nicht das Urteil. Beurteilt wird, wie die Bezugslinie zu Monats- und Tageszeichen steht, ob sie durch eine bewegte Linie gestützt oder geschwächt wird und was das zweite Hexagramm zeigt. Ein günstiger Name allein trägt keine Aussage.